CDU setzt sich für Zukunft des Pferdesports und der Landwirtschaft in Heusenstamm ein

Fraktionschef Paul Sassen für Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens / Stadtverbandsvorsitzender Mario Garbuio-von Au: „Vermeiden, dass schon bald die Bagger rollen.“ / CDU im Dialog mit Landwirt und Verein

In den vergangenen Wochen hat die CDU Heusenstamm sich intensiv mit der problematischen Situation der Reitanlage des Reit- und Fahrvereins auf dem Gelände von Landwirt Wöhl befasst. Da sich in Heusenstamm niemand an dem Betrieb des Geländes stört – ganz im Gegenteil, er dient insbesondere vielen Kindern und Jugendlichen zur Freude – ist die erfolgte und viel diskutierte Rechtsprechung gegen die Reitanlage umso erdrückender. Der Rechtsweg ist nunmehr leider nahezu völlig ausgeschöpft.
In einem Rechtsstaat muss jedoch Recht eingehalten werden – auch wenn dies ungerecht erscheinen mag oder nur sehr schwer nachzuvollziehen ist. Es ist daher auch weit gefehlt zu erwarten, dass in diesem Fall der Landrat über den Dingen stünde und einfach nach Tageslaune anders entscheiden könnte.
In einem offenen und konstruktiven Gespräch zwischen Landwirt Markus Wöhl, der Vorsitzenden des Reit- und Fahrvereins, Birgit Brüggemann, und Vertretern der CDU, kamen nicht nur viele Knackpunkte der ergangenen Rechtsprechung zur Sprache. „Wir haben vor allem gemeinsam ausgelotet, welche – wenigen - Optionen nun verbleiben. Dabei steht unseres Erachtens an erster Stelle der Faktor Zeit, um zu vermeiden, dass bald schon die Bagger rollen müssen“, so Mario Garbuio-von Au, Stadtverbandsvorsitzender. Die CDU Heusenstamm plädiert daher für die formale Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für das betroffene Gebiet und wird dies in der Stadtverordnetenversammlung entsprechend beantragen.
„Es ist vielleicht nur ein Strohhalm, an den wir uns alle gemeinsam klammern können“, so der Fraktionsvorsitzende Paul Sassen, „denn in einem solchen Verfahren sind viele Fragen zu klären und mögliche Probleme noch nicht endgültig abschätzbar“. Öffentlich sind hierzu beispielsweise schon die Stichworte „Aufforstung“ oder „Finanzierung des Bebauungsplanes“ gefallen. Dies alles gilt es Schritt für Schritt abzuarbeiten und zu klären. Man gehe davon aus, so Sassen weiter, dass ein solches politisches Signal eine Vollstreckung der Abrissverfügung verhindere. „Wir wären also schlecht beraten, es nicht einmal zu versuchen.“
Da sich die Aufstellung eines Bebauungsplans gegebenenfalls über mehrere Jahre erstrecken kann, sollte gleichzeitig die Suche nach möglichen Alternativstandorten vorangetrieben werden. Garbuio-von Au: „Wir verstehen, dass für Landwirt und Verein der aktuelle Standort die oberste Priorität hat, insbesondere da beide gerne zeitnah weitere Investitionen vornehmen würden. Wir können aktuell jedoch nicht alles nur auf eine Karte setzen, sondern müssen parallel neue Optionen entwickeln, um gewappnet zu sein.“ Ein Vorschlag, den die CDU in diesem Sinne einbringen möchte: Die landwirtschaftlich genutzten Wiesenflächen nördlich des Schlosswaldes (Schlosswiesen / Geißwiesen, Zufahrt über den Parkplatz am Friedhof) sind es wert, genauer auf ihre Eignung als Standort für eine neue Reitanalage und Stallungen untersucht zu werden. Weitere Optionen wurden mit Landwirt und Verein erörtert.
„Leider werden alle Beteiligten noch einen langen Atem haben müssen. Dies könnte sich am Ende jedoch lohnen“, so sind sich Partei- und Fraktionsführung abschließend einig. Für die CDU ist Aufgeben jedenfalls keine Option.

Gez. Mario Garbuio-von Au, Paul Sassen

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